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„Arenberger Frauen“ – eine Buchvorstellung
In der Geschichte des herzoglichen Hauses Arenberg spielen einige Frauen besonders seit dem 16. Jahrhundert eine wichtige Rolle. So verdanken es die seinerzeitigen Grafen im Jahre 1576 zwei Frauen,
nämlich Margaretha von der Marck-Arenberg und ihrer Schwester Mechthild, vermählt mit Landgraf zu Leuchtenberg, dass ihnen durch Kaiser Maximilian II. der Titel „Gefürstete Grafen“ verliehen
wurde. Margaretha nahm am Kaiserhof, im Rheinland und den Niederlanden eine wichtige Rolle ein, sie starb 1599. An einer erneuten Standeserhebung im Jahre 1644, seitdem erhielt die Familie den Titel
„Herzöge von Arenberg“, war wiederum eine Frau maßgeblich beteiligt. Es war dies die Tochter des spanischen Vizekönigs Francisco de Borja (Borgia), Herzog von Gandia, die 1642 Philip Franz
geheiratet hatte, der ab 1644 der 1. Herzog von Aremberg wurde, sie hieß Marie-Madeleine de Borja (Borgia) y Doria…
Elf Autoren beschreiben das Schicksal von 28 Frauen der herzoglichen Familie von Arenberg vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Das reich illustrierte Buch umfasst 400 Seiten und ist kĂĽrzlich als eine
Sonderveröffentlichung der Landesarchiverwaltung Rheinland-Pfalz (Reihe Arenberg) erschienen, entstanden im Auftrag des Archiv- und Kulturzentrums von Arenberg, Edingen, und der Arenberg-Stiftung
Essen-Heidhausen. Das Buch hat die ISBN-Nr. 3-931014-71-1. Die Schriftleitung hatte Dr. Peter Neu, Bitburg.
Der Öffentlichkeit wurde das Buch am 9. September im Gemeindehaus von Kerpen vorgestellt, Seine Durchlaucht Prinz Leopold von Arenberg begrüßte zahlreiche Gäste des öffentlichen Lebens und viele
interessierte BĂĽrger und BĂĽrgerinnen. Er ging auf geschichtliche BezĂĽge ein und bekundete die herzliche Verbundenheit seiner Familie mit der Eifel und ihrer Geschichte. Prinz Leopold stellte
Stiftungen des Hauses Arenberg vor, welche die Kenntnis um die Geschichte und Kultur Europas fördern. Einen wichtigen Beitrag zum europäischen Kulturleben leistet das „Kultur und Archivzentrum
Arenberg“, welches die internationale wissenschaftliche Forschung über das Haus Arenberg und seine Rolle in der europäischen Geschichte fördert, die Wege der Arenberger auf dem Weg der Europäer.
Die Rolle der geborenen und eingeheirateten „Arenberger Frauen“ war bislang, so Jean Engelbert, XII. Herzog von Arenberg, in seinem Vorwort, nicht hinreichend zur Geltung gekommen. Mit diesem Werk
habe Dr. Peter Neu, ein profunder Kenner der Geschichte des Hauses Arenberg und der vorzĂĽglichste Historiker der Familiengeschichte von Arenberg, dem in ĂĽberzeugender Weise abgeholfen. Dr. Peter Neu
ist durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Abhandlungen und durch langjährige intensive Archivforschung hervorgetreten, er hat „Heimatgeschichte“ in die verschiedenen Perioden europäischer
Geschichte eingebettet, vor allem in die des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ und einiger Nachfolgestaaten.
„Männer machen Geschichte“, so Dr. Peter Neu in seinem Vorwort, aber „Was wären wir ohne Frauen?“ zitiert er Mark Twain und dessen Antwort, nämlich „Selten, äußerst selten!“ In seinem
Redebeitrag führt Dr. Peter Neu aus, dass „kluge Frauen immer schon wussten, wie man mit Männern umgeht“, dies eben auch in der Familie Arenberg. Er nannte als Beispiel Margaretha von der
Marck, Witwe des auf dem Schlachtfeld gefallenen Grafen Jan de Ligne-Arenberg, aus. Dr. Peter Neu stellte weitere Schicksale und Rollen von Arenberger Frauen vor, bis hin zur Gegenwart. Hier ging er auf
das Leben der heutigen Herzogin Sophia von Arenberg ein, geborene Prinzessin von Bayern, Enkelin des letzten Königs von Bayern, Ludwig III.
Jede der Biographien erzählt ein eigenes Schicksal, schildert den entscheidenden Einfluss auf die Geschichte der Familie, im positiven wie im negativen Sinne. Es gab Frauen, die ein kluges politisches
Urteil hatten und solche, die sich ganz aus der Politik herausgehalten haben. Viele haben entscheidende Anstöße gegeben und Großes bewirkt. Dr. Peter Neu zog ein Fazit, indem er den Philosophen B.
Goltz zitierte, welcher vor 150 Jahren sagte: „Die Männer regieren die Welt – und die Frauen regieren ihre Männer“.
Die Idee zum Buch entstand vor 6 Jahren durch Prinz Leopold, Dr. Peter Neu stellte die beteiligten Autoren und Autorinnen, von denen einige persönlich anwesend waren, vor. Die Autoren stammen aus fünf
europäischen Ländern, Österreich, Belgien, der Schweiz, Italien und Deutschland. Nicht erstaunlich, denn die Familie Arenberg ist und war immer eine europäische Familie. Der Schriftleiter dankte für
die Unterstützung durch die Arenberg-Stiftung im Stifterverband der Deutschen Wissenschaft, ohne deren Mithilfe das Buch nicht zustande gekommen wäre. Sein besonderer Dank galt Prinz Leopold von
Arenberg fĂĽr stete Aufmunterung und UnterstĂĽtzung.
In weiteren Redebeiträgen wandte sich Prof. Dr. Heinz-Günther Borck, Direktor des Landeshauptarchivs Koblenz, an die Gäste. Er sah das Thema mit dem Blick des Historikers, nicht jedoch die
selbstzweckhafte Beschäftigung mit dem Gewesenen sei das Maßgebliche, vielmehr solle die geschichtliche Erkenntnis zum Verständnis der jeweiligen Gegenwart beitragen…
Ortsbürgermeister Rudolf Raetz aus Kerpen und für den Kreis Daun der Beigeordnete Matthias Mayer richteten ebenfalls herzliche Grußworte an die Gäste. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch
die „Bigband“ der Musikvereinigung Niederehe.
Text und Photos: Dreschers
Auf den Fotos sind zu sehen:
Seine Durchlaucht Prinz Leopold von Arenberg
Dr. Peter Neu, Vortrag zur Buchvorstellung „Arenberger Frauen“
S.D. Prinz Leopold ĂĽberreichte den Autoren die ersten Exemplare des Buches
S.D. Prinz Leopold und Dr. Peter Neu
S.D. Prinz Leopold signierte die erworbenen Exemplare
S.D. Prinz Leopold begrüßt die Gäste
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