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Asienreise

Asienreise

Donnerstag 23. Februar2006

·       12°° Uhr, Flughafen Frankfurt, Abflug zur fast 12.000 km weiten, und 15 Stunden langen Reise Richtung Thailand. 

Nach einem Zwischenstop in Kuala Lumpur auf Malaysia, Landung um 12³° Uhr auf dem Flughafen Phuket in Thailand.

Fahrt mit dem Taxi zur Patong Beach. Die ersten spontanen Eindrücke bei der Fahrt vom Flughafen zur Küste. Das Leben in diesem Teil des Landes scheint wieder seinen normalen Gang zu gehen. Die Straßen und Strände wirken sehr belebt. Sämtliche Hotels sind, wie sich später herausstellt, gut ausgelastet, und die Restaurants gut besucht.

Unterkunft im Hotel Palm Royal, welches direkt am Patong Strand gelegen ist.

Samstag 25. Februar 2006

·       Rundgänge und Besichtigung des Strandes sowie der unmittelbar angrenzenden        bekannten Gegebenheiten, dessen schrecklichen Bilder damals weltweit ĂĽber die Medien verbreitet wurden, bestätigen dieses. Es deuten nicht mehr sehr viele Anzeichen auf die Tsunami-Katastrophe vor ĂĽber einem Jahr hin. Mehrere Gespräche mit persönlich Betroffenen ergeben ebenfalls, das hier sehr schnell und im ausreichenden Umfang Gelder fĂĽr den Wiederaufbau geflossen sind. Gerade, weil in dieser Region der Tourismus fĂĽr die dort lebenden Menschen die einzige und somit lebenswichtige Einnahmequelle war und ist. Weitere finanzielle UnterstĂĽtzung und Hilfe durch mein Hilfsprojekt scheinen an diesem Teil der KĂĽste nicht mehr zwingend nötig.

Treffen am Abend mit Frau Danielle Böhm, einer Deutschen, die hier seit über 20 Jahren lebt und als Lehrerin arbeitet, und in Folge dessen die Gegebenheiten hier verlässlicher und besser kennt und beurteilen kann als jeder andere. Sie bestätigt mir meine in den letzten Tagen gewonnenen Eindrücke. Die Auswirkungen des Tsunami, sowie die Zerstörungen und Verwüstungen, seien an der Küste um Khao Lak erheblich schlimmer gewesen, dort seien in einigen Gebieten bis heute weit aus weniger bis gar keine finanzielle Hilfe sowie Mittel geflossen und zur Verfügung gestellt worden. Sie gibt mir eine Adresse von “Vater Anurak Poonoon“ in Khao Lak, der eine zerstörte Schule wieder aufbauen möchte, dafür aber wenige bis keine finanziellen Mittel zu Verfügung hat.

Dienstag 28. Februar 2006

·       Fahrt nach Khao Lak (ca.120 km). Suche nach “Vater Anurak Poonoon“, mehrere Schulen aufgesucht und nachgefragt, Verständigung stellt sich als sehr schwierig heraus, da fast niemand von den Einheimischen in diesem Teil des Landes Englisch spricht, selbst eine Nachfrage bei der dortigen Polizeistation bleibt erfolglos, niemand scheint diesen Geistlichen in der Umgebung zu kennen. Suche dann leider nach Einbruch der  Dunkelheit ohne zählbaren Erfolg abgebrochen!

Mittwoch 01. März 2006

·       Den EigentĂĽmer meiner neuen Unterkunft, Herrn Uthen Satayachai, nach ihm bekannten oder verwandten Personen gefragt, die noch dringend Hilfe benötigen. Er nennt mir eine Schule in Kamala Beach, die er als Kind selber besucht hat, und die vor der Katastrophe direkt am Strand gestanden hat und von der Flutwelle restlos zerstört wurde, in diesem Ort seien sehr viele umgekommen und schwer verletzt worden, viele Kinder der Schule zu Waisen geworden.

Donnerstag 02. März 2006

·       Fahrt nach Kamala Beach. Besuch der dortigen, mir genannten Schule.

Die Schule liegt nur durch eine Straße vom Meer getrennt und wurde durch die Flutwelle komplett zerstört. Weil über die Weihnachtsfeiertage nicht unterrichtet wurde, kam es in der Schule selber nur zu vereinzelten Opfern. Die Schule wird durch das Thailändische Militär, sowie durch die Unterstützung des Königshauses wieder an gleicher Stelle aufgebaut. Da gerade Mittagspause ist, sind die Schulkinder auf dem ganzen Gelände anzutreffen. Sie sind sehr froh über den fremden Besuch, und sehr freundlich. Sie lachen, und wirken auf mich ausgelassen und fröhlich. Sie scheinen die schrecklichen Erlebnisse gut verarbeitet zu haben. Man führt mich zum Direktor der Schule, Mister Reecha Peunrak. Laut seiner Aussage befinden sich an dieser Schule, außer ein paar wenigen, nur Kinder, die durch die Katastrophe zu Voll- oder Halbwaisen wurden. Er führt mich in die einzelnen, im Bau befindlichen Gebäude. Sofern ich seine Schule unterstützen möchte, bietet er mir unaufgefordert eine Bescheinigung seiner Schule an, als Nachweis, an wen ich meine Gelder gespendet habe. Er macht auf mich einen sehr vertrauensvollen und seriösen Eindruck und sagt: „Ich könne gerne zu jeder Zeit wiederkommen und mich davon überzeugen, was alles mit den Geldern in der Zwischenzeit verwirklicht worden ist.“ Ich verabrede mich mit ihm am nächsten Tag, dann wollen wir gemeinsam zur Bank und meine Traveller-Schecks einzulösen.

Freitag 03. März 2006

·       Als ich zum vereinbarten Zeitpunkt das Schulhofgelände betrete, werde ich von Herrn Preecha Peunrak bereits erwartet. Er erklärt mir, das seine SchĂĽler als Dank eine AuffĂĽhrung vorbereitet haben. Vor der Schule sind schon die ganzen SchĂĽler versammelt. Auf der aufgebauten BĂĽhne werden ein paar Tänze von den Kindern vorgetragen. Dann fahren ich mit ihm und seiner Sekretärin wegen der GeldĂĽbergabe zur nächsten Bank. Dort werden alle Formalitäten erledigt. Von seiner Sekretärin erhalte ich eine Quittung der Schule ĂĽber 230.188,00 Thailändische Baht. Er unterschreibt mir meine vorbereitete Quittung ĂĽber 5000,00 €.

Montag 06. März 2006 

·       Nach umfangreichen Recherchen habe ich das Kinder-Hilfsprojekt eines deutschen Arztes, Dr. Gerhard Melcher, praktizierend im Vachira-Hospital in Phuket Town, gefunden. Schwerpunkt ist die Errichtung des Kinderdorfes “Kinder der Zukunft“ um Elternlosen und verlassenen Kindern in erster Linie Schutz und Geborgenheit zu geben. Es sichert ihnen darĂĽber hinaus ihre Existenz, und betreut sie medizinisch sowie psychosozial. DarĂĽber hinaus sind eine Schule, ein Kindergarten und eine Vorbereitung auf das spätere Berufsleben, sowie die Errichtung eines Kinderkrankenhaus unter der Leitung von Dr. Melcher geplant. 

Dienstag 07. März 2006

·       Fahrt und nach Phuket Town und Suche nach dem Vachira-Hospital. Ich habe

      Dr. Melcher dort leider nicht angetroffen. Man gibt mir seine Mobilfunknummer.   Wiederholte Versuche ihn an diesem Tag zu erreichen bleiben leider ohne Erfolg.

Mittwoch 08. März 2006

·     Am späten Nachmittag habe ich Dr. Melcher endlich erreicht. Nach einem kurzen Telefonat verabreden wir uns zu einem weiteren, ausfĂĽhrlicherem Informationsgespräch am Donnerstag, um 13³° Uhr im Vachira-Hospital in Phuket Town.

Donnerstag 09. März 2006

·       Fahrt nach Phuket Town zum vereinbarten Treffen mit Dr. Melcher im Vachira-Hospital.

            Er fĂĽhrt mich durch einige Stationen des Krankenhauses. Zum Teil liegen fast 40 Personen Bett an Bett in einem Saal. In der Kinderstation schlafen die Eltern während der Behandlung und des stationären Aufenthalts ihrer Kinder unter den Kinderbetten.

      Danach gehen wir zur nächsten Bank und regeln die GeldĂĽbergabe.

Freitag 10. März 2006

·       Fahrt zum Supermarkt Tesco Lotus nach Phuket Town. 9 Sack Reis a 25 kg,

3 Kanister Öl a 15 Liter sowie Bonbons und Kaugummi für insgesamt 124,00 € gekauft. Die Lebensmittel an die Bevölkerung des Fischerdorfes auf Si-Ray Island verteilt. Die Menschen leben in ärmsten Verhältnissen, in einfachsten Hütten und Pfahlbauten direkt am Strand, und waren ebenfalls von der Flutkatastrophe heimgesucht worden.

Sonntag 12. März 2006

·       RĂĽckflug gegen 12°° Uhr, vom Flughafen Phuket ĂĽber Kuala Lumpur, Malaysia, nach Frankfurt.

Montag 13. März 2006

·       Landung Flughafen Frankfurt gegen 6°° Uhr.

Wolfgang Meyer

Fotos : Wolfgang Meyer

 

Bilder der Zerstörung

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