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Musik und Rezitation

Musik und Rezitation in der Kelberger Vinzenzius-Kirche

Zum 11. Mal bereits fand am 29. Dezember in der Kirche St. Vinzenzius in Kelberg das Konzert mit dem Bläser- und Gesangensemble der Familien Kaiser statt. Wieder fanden etwa 500 Besucher den Weg zu der Tradition gewordenen Veranstaltung, ein Beweis für die hohe Anziehungskraft des Abends, die Besucher stammten nicht nur aus den Verbandsgemeinden Adenau und Kelberg, auch aus Köln, Bonn Mainz, aus Aachen gab es Besucher.

Gesang und Blasmusik, im Wechsel mit besinnlichen Gedanken zur Gegenwart mit  Geschichten und Gedichten von Rezitator Hermann Molitor zogen die Besucher in den Bann. Hermann-Josef Kaiser aus Antweiler hatte es sich trotz einer schmerzhaften Verletzung nach einem vor zwei Tagen zuvor erfolgten Sturz nicht nehmen lassen wie gewohnt selbst den Taktstock in die Hand zu nehmen.

Das Ensemble, es wurde im Jahre 1996 vom Bruder des Dirigenten, dem Arzt Dr. Raimund Kaiser gegründet, hat auch nach der ersten Dekade seines Bestehens nicht an Attraktivität verloren, ganz im Gegenteil, die Darbietungen gewinnen in jedem Jahr hinzu, das musikalische Repertoire hat sich beständig erweitert. Hermann-Josef Kaiser stellt es in jedem Jahr persönlich zusammen, er arbeitet sich durch die Musik- und Notenliteratur, bis er wieder ansprechende Werke ausfindig gemacht hat. Die Besucher spürten die Musikbegeisterung im Ensemble, da herrschte Harmonie im musikalischen wie im übertragenen Sinn, es bedürfte fast nicht des Dirigentenstabes des gleichwohl unersetzlichen Hermann-Josef Kaiser.

Und Hermann Molitor versteht es in einzigartiger Weise die Zuhörer mit seinen Worten aufhorchen zu lassen, mit sparsamer Gestik unterstreicht er den Sinn seiner Worte behutsam und gleichwohl bedeutungsvoll. In diesem Jahr trug er u.a. Prosa und Lyrik von Rainer Maria Rilke vor, so dessen „Weihnachtslied an die Mutter“, neben vielen anderen auch Johann Wolfgang von Goethes „Gesang der Erzenengel“. Freude am Musizieren verbindet die Mitglieder des Ensembles über die Familienbande hinaus, diese Freude möchte man mit den Zuhörern teilen, so der Dirigent. Kirchliches und volkstümliches Liedgut aus vielen Herren Länder und mehreren Epochen brachte das Ensemble zu Gehör, im steten Wechsel mit der Rezitation. Es gab eine Fülle hervorragender Interpretationen, insbesondere hervorzuheben waren wohl das „Gaudia, pastores“, dargeboten von Anne Kaiser, der man sehr wohl die akademische Musikausbildung anmerkt, die „Weihnachtliche Sinfonia“ nach Ernest Majo, die aus ihrer Modulation und der immer neuen Themenbildung lebte und das „Verbum caro factum est“ nach Friedrich Schütz, als Sologesang und Duett dargeboten von Anne Kaiser und ihrer Cousine Mirjam Kaiser.   

Gemeinsam mit den Zuhörern sang man zum Schluss des Abends „Stille Nacht, heilige Nacht“, der Weltklassiker von Franz Gruber erfüllte das große Kirchenschiff und schaffte einen würdevollen und stimmungsvollen Ausklang eines wunderbaren Konzert- und Rezitationsabends. Zugabewünsche waren da selbstverständlich, das Ensemble erwiderte den Wunsch ebenso gerne wie  Hermann Molitor, der den „Spatz“ nach Carl Zuckmayer nachtrug.

14 Mitglieder umfasst das Ensemble, ein Großteil der Mitwirkenden ist über Familienbande verwandt miteinander. Dr. Raimund Kaiser dankte allen Beteiligten, dem Organisten, dem Küster Edmund Blick, dem Pfarramt der Kelberger Gemeinde, vielen anderen, die in der Planung und Ausführung ihren Part hatten. Christopher Barber ist seit drei Jahren als Organist dabei, ein herzlicher Dank ging an Dorothea Kaiser und Andrea Kaiser für die liebevolle Unterstützung bei der Wochen andauernden intensiven Probenarbeit. 

Besonderen Dank erhielt wieder Hermann Molitor für die gekonnte Rezitation, im Folgenden stellte Dr. Raimund Kaiser die Mitglieder des Ensembles vor und würdigte ihren Einsatz. Im Einzelnen wirkten mit Oberstudiendirektor i.R. und seinerzeit Bürgermeister von Kelberg  Hermann Molitor, Dr. Raimund Kaiser mit Mirjam, Esther, Sarah, Stefan und Franziska, Dr. Heribert Kaiser mit Eva, Hermann-Josef Kaiser mit Anne und Marius. Kurt Buchbach, Gustav Endres und Christopher Barber zählen ebenfalls seit langem zum Ensemble. Die junge Franziska ist die Jüngste im Ensemble, aber schon genauso begeistert wie ihre älteren Vorbilder.

Die Spendenbereitschaft der Zuhörer ist groß, im vergangenen Jahr konnten namhafte Beträge an wohltätige Einrichtungen weitergeleitet werden, dies wird auch mit den diesjährigen Spenden geschehen, herzlicher Dank allen, die sich für die wohltätigen Belange eingesetzt haben.

Auch im kommenden Jahr wird am 29. Dezember die beliebte Veranstaltung ihren Platz in der Kelberger Kirche haben, zur Freude der langjährigen Stammhörer und mit Sicherheit neu hinzu gewonnener Musikbegeisterter. Es ist schon beachtlich, dass eine privat organisierte Aufführung  über Jahre hinweg eine so große Zahl an Zuhörern zu begeistern vermag, ein untrügliches Zeichen für eine ausgesprochen qualitätsvolle Darbietung, die doch gerade bei Musikkennern auch gerne im Gedächtnis bleibt! Es hatte inzwischen gar mehrfach Anfragen des 3. Fernsehprogramms bezüglich einer Fernseh-Übertragung gegeben, die Initiatoren haben indes eine Live-Ausstrahlung bislang mit Rücksicht auf den Charakter der Veranstaltung nicht als sinnvoll angesehen.

Erst wenige Tage vor der Aufführung hatte Ortsbürgermeister Werner Blum, Kelberg, den Initiator Dr. Raimund Kaiser und Dirigent Hermann-Josef Kaiser besucht und ihnen den Wappenteller verliehen! „Die Veranstaltung ist etwas ganz Besonderes im kulturellen Jahreskalender der Gemeinde“, erklärte er anlässlich der Verleihung und dankte allen Mitwirkenden herzlich. Hermann Molitor als Rezitator wurde gleichfalls geehrt, er hat bereits früher aus anderen Anlässen den Wappenteller erhalten und wurde diesmal mit einem Bildband zusätzlich geehrt.

Text und Photos:  Dreschers

Bildunterschriften:

Hermann Molitor rezitierte

Vollbesetzt war die Vinzenzius-Kirche in Kelberg

Das Ensemble um die Familien Kaiser

Hermann-Josef Kaiser dirigiert

Dankesworte von Dr. Raimund Kaiser

Jüngstes Mitglied im Ensemble ist Franziska, bereits genauso engagiert wie die Großen

(kiste 1)

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