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Gott hat viele Namen
Lieder aus den Weltreligionen in Adenau
„Zwischen den Jahren“ gab es in Adenau am 28. Dezember im Seminarhaus „Lichthaus“ ein musikalisches Programm ungewöhnlicher Art: Lieder, Bilder und Texte aus den großen Weltreligionen
eröffneten ein Panorama vielfältiger Eindrücke, die zum Nachdenken anregen. Was ist bei aller äußerlichen Verschiedenheit Hindus, Buddhisten, Juden, Christen oder Moslems gemeinsam? Zumindest die
Tatsache, dass sie Gott mit Musik und Liedern verehren, ihn entsprechend der kulturellen Eigenart ihres jeweiligen Landes loben und preisen.
Und das konnte man an diesem unvergesslichen Liederabend auch hören: das „Cantate Domino“ der Christen, das „Allah Hu Achat“ der Moslems, „Shankara Karunakara“ bei den Hindus, „Ivdu hashem
b’simcha“ im Judentum oder auch das budhistische „Om Mani Padme Hum“– in den Religionen der Welt wird Gott mit vielen Namen besungen.
Die Sathya Sai Gruppe Antweiler begleitete diesen teilweise jahrhundertealten Liederschatz mit Harmonium, Gitarre, Trommel und Zimbeln. Ergänzend dazu präsentierte Dr. Norbert Nicolaus Lichtbilder und
Texte aus den Weltreligionen. Zu sehen waren eindrucksvolle Photos von Landschaften und Sakralbauten sowie von Gläubigen, Ritualen und Kunstwerken aller Kulturen, die von großer Inbrunst und hoher
Spiritualität zeugten.
Die eingestreuten Texte aus den heiligen Schriften der Weltreligionen belegten nicht nur die vielen Gemeinsamkeiten in ihren religiösen Grundannahmen, sondern eröffneten dadurch auch ein besseres
Verständnis für den Glauben der anderen. Der Referent machte deutlich, dass die äußere Globalisierung, wie sie auf politischer Ebene allerorts propagiert wird, von einer inneren Globalisierung
unterstützt werden muss: Wenn die Menschheit nicht auch durch vermehrtes Verständnis füreinander und Toleranz gegenüber anderen Kulturen innerlich zusammenwächst, also innerlich global denkt, bleibt
die äußere Globalisierung allein nicht tragfähig. Die dargebotene Mischung aus Musik, Texten und Bildern vermittelte den Zuhörern daher ein vertieftes Verständnis für die religiöse Vielfalt auch
in unserer Gesellschaft.
Text und Foto: Dr. Norbert Nicolaus
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