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Feuerwehr beklagt Frauenmangel
Die Verbandsgemeinde Adenau bildet im Landkreis Ahrweiler das Schlusslicht
»Ich will Feuerwehrmann werden«, verkündete einst die putzige Zeichentrickfigur Grisu und sprach damit vielen Jungs aus dem Herzen. Während die Männer im Brandfall mit geballter Kraft ausrücken, halten sich die
Frauen zurück. Von den insgesamt 465 Feuerwehrleuten in der Verbandsgemeinde Adenau sind lediglich fünf weiblichen Geschlechts.
VG Adenau (SB). Im Kreisgebiet hält das Adenauer Land mit einer Frauenquote von 1,08 Prozent die rote Laterne. Spitzenreiter ist die Stadt Bad Neuenahr/Ahrweiler (7,32 Prozent) vor der Grafschaft (5,91 Prozent).
Selbst der Kreisdurchschnitt liegt mit 3,62 Prozent deutlich höher: 1.998 Männern stehen 75 Frauen gegenüber.
Zurückzuführen sei der Istzustand in der VG Adenau auf die ländliche Struktur und die Denkweise, glaubt der hiesige Wehrleiter. »Die Feuerwehr ist Männersache! Das ist sicherlich die Vorstellung vieler«, so
Stefan Zimmer, der sich weibliche Verstärkung wünscht, schon allein um die Tagesbereitschaft zu gewährleisten. Insbesondere in der Woche, wenn die Männer größtenteils auswärtig berufstätig sind, droht ein
Kräftemangel, den Frauen kompensieren könnten.
Eine ähnliche Sichtweise vertritt Heinz Löhr. Antweilers Wehrführer nimmt im gesamten Adenauer Land eine Ausnahmestellung ein, gehören doch mit Melanie Ullrich und Tine Bücher gleich zwei Hauptfeuerwehrfrauen
seiner Gruppe an, wovon sich letztgenannte als erste Feuerwehrfrau überhaupt in der VG Adenau an einem Einsatz beteiligte. »Tine Bücher hat spontan alle Arbeiten, die die Männer ansonsten ausführen, übernommen
und das Vorurteil, dass Frauen weniger zu leisten im Stande sind als Männer, entkräftet«, lässt Löhr die Anfänge Revue passieren. Melanie Ullrich ist in dem eingespielten Team ebenfalls komplett integriert.
»Nur schwere Gegenstände wie die Tragkraftspritze tragen die beiden auf keinen Fall«, schränkt Löhr ein.
Auch in Meuspath (Carina Gillessen) und Kottenborn (Annedore Nelles) bekämpfen Frauen Brandherde. Gleiches gilt für Quiddelbach, wo Michaela Esch anfangs an ihre körperlichen Grenzen stieß. »Ich hatte z. B.
Probleme, die Steckleiter vom Fahrzeugdach zu ziehen. Doch durch die Übungen und die gute Teamarbeit sind wir soweit aufeinander abgestimmt, dass ich nur meiner körperlichen Konstitution entsprechend eingesetzt
werde«, erzählt Michaela Esch, die sich durch neue Erfahrungen wie das Steuern des Tragkraftspritzenfahrzeugs gestärkt und motiviert fühlt. Durch Vater und Bruder inspiriert, »habe ich mir schon als Kind die
Übungen der Feuerwehr angeschaut. Und als mich der damalige Wehrführer Josef Bell ansprach, dachte ich mir: wieso nicht?«
Michaela Eschs Werdegang sollte keine Ausnahme bleiben, schließlich freut sich die Feuerwehr in der VG Adenau über jede weitere Feuerwehrfrau.
Text und Foto: Sascha Bach für den „Wochenspiegel“
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