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Ausstellung Werner Labbé in Antweiler
DR. Eine Vielzahl von Kunstinteressierten fand sich am vergangenen Samstag in der Alten Mühle in Antweiler zusammen, zur Vernissage der Ausstellung des Malers, Zeichners und Illustrators Werner Labbé, dessen
100.Geburtstag Anlaß für die Ausstellung war. Werner Labbé hat seine letzte Ruhestätte auf dem Antweiler Friedhof gefunden.
Über das Werk von Werner Labbé, seinen Werdegang und seine Bedeutung für das Buch der Nachkriegszeit berichteten wir in unserer zurückliegenden Ausgabe. Veranstalter der Ausstellung ist der Kunstförderverein
EifelArt. Edith Spangenberg, Vorstandsmitglied des Vereins, hat den Künstler noch persönlich kennen gelernt, sie hielt die Laudatio.
Edith Spangenberg gab ihrer Freude Ausdruck mit der Ausstellung einen Teil des Werkes von Werner Labbé der Öffentlichkeit in konzentrierter Form nahe bringen zu dürfen; sie sprach davon einen Teil seiner Arbeit
zum Leuchten und Erzählen bringen zu können. In diesen Bildern sei der Künstler selbst anwesend, führte sie aus. Martin Heidegger zitierend sagte sie „Die Gegenwart des Meisters im Werk ist die einzig echte.
Je größer ein Meister ist, umso reiner verschwindet seine Person hinter dem Werk“.
Nach einem wechselvollen Leben, das den Künstler in viele Länder der Erde geführt hatte, verbrachte er in seinen letzten Lebensjahren oft viele Monate bei Freunden in Antweiler. Er suchte und liebte die Landschaft
im Wechsel der Jahreszeiten, einige seiner größten Werke entstanden in Antweiler. Er starb kurz vor seinem 80. Lebensjahr. Seinen Grabstein auf dem Antweiler Friedhof zieren eine Palette mit Malpinseln und ein
Schmetterling.
Werner Labbés große Liebe galt zeitlebens den Plakaten. Mit jedem setzt er künstlerisch einen signifikanten Gedanken um, Klarheit und die Fähigkeit des Sich Beschränkens waren ihm wichtig, „Weniger kann mehr
sein“, lautete seine Devise, die er meisterlich umzusetzen wusste. Für die Ausstellung „Kunstschätze des römisches Rheinlandes“ entwarf er im Auftrag von Dr. Paul Walraff eines seiner bekanntesten und
besten Plakate. Carl Oscar Jatho, einer der „Progressiven“ in Köln sprach davon, daß Labbés Plakate ein graues Straßenbild des frühen (zerstörten) Kölns erheiterten…
Berühmte Werke des Künstlers befinden sich heute im Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main und im Wallraff-Richarz-Museum in Köln. Im Jahre 1964 warb die Stadt Köln in der New York Times für die
rheinische Metropole, mit zwei Plakaten von Labbé.
Für einen Fotoband von Hermann Claasen „Gesang im Feuerofen“, der die Zerstörung der Stadt Köln zeigt, warb ein Plakat „Tragödie einer Stadt“, das den unfassbaren Untergang von Köln zeigt, eine winzige
Silhouette des Kölner Doms hebt sich von einer riesigen Flamme ab, welche im Krieg die Stadt verzehrt.
Eine geradezu Hunger zu nennende Leidenschaft zur Literatur beflügelte Werner Labbé zahlreiche Werke der Weltliteratur zu illustrieren, hierbei kam ihm seine geniale Zeichenfähigkeit zu Hilfe. Über 150
Buchumschläge berühmter Literaturausgaben aller Genres befinden sich in Marbach im Deutschen Literaturarchiv im Schiller National-Museum. Nicht nur Buchumschläge, auch Illustrationen berühmter Literaturwerke
schuf Labbé. Der Illustrator muß sich hierbei in das Werk des Autors hineinleben und es ergänzen, die Phantasie des Lesers darf nicht eingeengt, sie soll beflügelt werden, eine Aufgabe, der sich der gebildete
Künstler stets mit Bravour zu stellen wusste.
Seinen Rückzug in ein einsames Ardennendorf nutzte Labbé, um sich ganz der Malerei und Graphik zu widmen. Er sah in seinem Zurückgezogensein einen Prozeß des Reifes, der der Weisheit des Alters vorausgeht. Es
entstanden seine „Kaltnadelradierungen“, häufig Bilder düsteren Inhalts, nicht frei von einer gewissen Schwermut. Andererseits vermittelte er auch immer wieder alle Schönheit dieser Welt. Seine Freude mit
Farben zu experimentieren merkt man in seinen Colorierungen der Kaltnadelradierungen.
Auch in seiner Malerei fühlte sich Labbé nicht an eine einzige Technik gebunden, manchmal sprühen seine Bilder vor Farbe. Weiche und tonige Farbklänge stehen neben kräftigen und leuchtenden. In einem TV-Portrait
des WDR sprach Heinz Held von einer Imaginationskraft eines Künstlers, dessen Verwandlungsfähigkeit fasziniert, wie ein Poet setzte Werner Labbé Farbe zu Farbe, gleichsam eine visuelle Poesie.
Edith Spangenberg dankte dem Künstler im Nachhinein für die Freude, die man heute noch beim Betrachten seiner Werke empfinden darf.
Tatjana Berke, Weibern, umrahmte die Vernissage mit klassischen und volkstümlichen Weisen auf dem Zimbaly. Am 19.September um 19.30 Uhr gibt Tatjana Berke in der Alten Mühle in Antweiler ein Konzert, wiederum
werden klassische Werke wie auch Weisen ihrer ukrainischen Heimat erklingen.
Text und Photos: Dreschers
Bildunterschriften:
Zahlreiche Buchumschläge wurden von Werner Labbé gestaltet
Düstere Schrecken werden in einigen Werken sichtbar
Werner Labbé, Maler, Zeichner, Illustrator, seine Werke sind vielfältig
Rötelzeichnung von Labbé
Dietlind Greifenhagen, 1. Vorsitzende von EifelArt und Laudatorin Edith Spangenberg
(1.10.09)
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