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Crazy Competition Dorfduell

„Crazy Competition“ – Dorfduell Antweiler gegen Reifferscheid

DR. Spaß und Klamauk verheißt ein Wettbewerb zwischen zwei Orten, die in einem Duell-Spektakel gegeneinander im Wettbewerb antreten sollen, ein neues Sendeformat von „Pro Sieben“. Nun, ganz neu ist die Idee bekanntlich nicht, es gab ähnliche Sendungen bereits vor vielen Jahren. Indes, im Sommerloch verhieß der Wettbewerb Spaß und Spiel und Stimmung, und zu gewinnen gab es auch was, immerhin 10.000-, € für eine gemeinnützige Investition, also hieß es: Mitmachen! Teamgeist, Sport und Action waren gefragt, spektakuläre Wettbewerbe wurden in Aussicht gestellt. Auf welchem Sendeplatz die Sendung demnächst ausgestrahlt werden wird, steht derzeit noch nicht fest.

Angetreten waren die Orte Antweiler gegen Reifferscheid, die beiden Ortsbürgermeister Egon Honerbach und Michael Henneberger hatten sich zum Wettstreit vereinbart. Mit ihnen waren Dutzende von Mitstreitern aus den Orten, Vereine, Jugendgruppen, die Freiwilligen Feuerwehren engagiert, viele wollten dabei sein, das Abenteuer eines Fernsehauftritts lockte.

Antweiler in roten T-Shirts, die Reifferscheider in blauen, so trat man drei Tage lang gegeneinander an, unterstützt von zahlreichen Ortsbewohnern, die gespannt das Abschneiden „ihres“ Teams beobachteten. Für Reifferscheid war als Ortspatin die TV-Moderatorin Johanna Klum vorgesehen, für Antweiler begleitete TV-„Jumbo“ Schreiner das Team schwergewichtig. Stefan Gödde oblag die Moderation.

Die Programmfolge, vom Veranstalter recht eigenmächtig entgegen den Vorankündigungen geändert, sah für den ersten Tag „Crazy cooking“ vor. Nachdem die Veranstaltung zunächst witterungsbedingt um drei Stunden verschoben werden musste, verwandelte sich der Platz an der Antweiler Ahrbrücke dann doch noch zu einer riesigen „open air“-Backstube. Es galt einen „XXL-Pfannkuchen“ zu backen, mit möglichst gigantischen Ausmaßen, er musste gewendet werden können, sollte mit Marmelade gefüllt die längstmögliche Pfannkuchenrolle werden, und im Übrigen wie ein Pfannkuchen aussehen und möglichst auch noch ziemlich ähnlich schmecken…

Backbleche in metergroßen Durchmessern waren angefertigt worden, sie wurden mit Lötkolben vorgeglüht, auch Brikett- und Kohlefeuer kamen zum Einsatz. Mehrere hundert Hühnereier, entsprechende Mengen an Mehl und weiteren „pfannkuchentypischen Ingredientien“ wurden im Dorfrezept von Antweiler vermengt, und dann sollte es losgehen. Nun, doch nicht ganz so gleich, denn nicht nur die Backbleche, auch die Teilnehmer und Zuschauer mussten erstmal angeheizt werden, auf Stimmung gebracht werden…

Und so erklärte man den Teilnehmern und Zuschauern erstmal das richtige Klatschen und „Bravo“-Rufen, hätte ja sein können, daß dies in der Eifel noch nicht ganz geläufig ist? Etwa eine Stunde lang ließen die Zuschauer und Teilnehmer in Antweiler dies mit sich geschehen, erstaunlich geduldig streckten sie die Arme auf Kommando in die Luft, ließen sich durch animierende Rufe der Organisatoren zum Applaus bewegen, ließen sich mal hierhin, mal dorthin schicken, nun ja, vielleicht muß das so sein, es hatte indes ein wenig den Eindruck von organisierter Fröhlichkeit …

Der eigentliche Wettbewerb verlief in der Tat recht spannend, Reifferscheid begann und ging sehr geplant vor, alles klappte reibungslos, sogar das gefürchtete Wenden verlief bravourös…

Die Antweilerer taten sich etwas schwerer, vielleicht war das Backblech doch etwas überdimensioniert, man musste einmal aufwändig nachheizen… Im Ergebnis, das ein bekannter Fernsehkoch zu begutachten hatte, lag Reifferscheid deutlich vorne, die erste Etappe ging eindeutig an die Blauen, die werbewirksam mittels Plakatwand auch an den Folgetagen „den Rest der Welt“ grüßten. „Unserer schmeckt trotzdem besser“, begehrten die Pfannkuchenbäcker aus Antweiler selbstbewußt auf.  Also erster Punktsieg für Reifferscheid, großer Jubel, die Pfannkuchen wurden verzehrt, geschmackliche Unterschiede von Gourmets fachkundig erörtert, Nachwirkungen des Verzehrs beider XXL-Pfannkuchen sind bislang nicht bekannt…

Am nächsten Nachmittag ging’s weiter, auf einer Wiese in der Gemarkung Rodder, mit dem „Crazy cheese rolling“. Die Teams wieder in rot und blau, der Käse in leicht fahlem, aber durchaus typischem Käsegelb…

Erneut ein mehr als einstündiges Animationsprogramm, also wiederum Klatschen und Jubelrufe auf Kommando, in Erweiterung auch mal konzentrierte „Buh“-Rufe, Abwechslung muß schließlich sein. Wiederum große Geduld bei Teams und Zuschauern, was wollte man auch machen, man steckte mittendrin…

Ein Spielleiter namens „Nikolaus“ brachte die Käslinge schließlich von einer schiefen Ebene aus ins Rollen, nach Überschreiten einer Markierung hetzten die Teams gemeinsam den Hang hinunter, dem vorauseilenden Käserundling, der „kantapper, kantapper“ seinen Weg willkürlich suchte, hinterher. Kurz bevor dieser in die Strohballen prallte, wurde er tatsächlich gepackt, ein spannendes Duell, es hieß am Ende 3:2 für Antweiler, die damit den Käse, pardon die Nase, vorne hatten. Am zweiten Tag gab es nämlich zwei Punkte für den Sieger, am Folgetag dann drei. Jubel, teils ehrlich spontan, teils animiert („…die Hände zum Himmel, und der Käse bitte in die Kamera lächeln…“). Zufriedene Gesichter rundum, das Finale für den kommenden Tag war zum Glück noch spannend geblieben. Die fünf Käserundlinge hatten alles überstanden, zwei Teilnehmer leider nicht, sie zogen sich mehr oder minder schmerzhafte Verletzungen durch Stürze zu, „alles Käse oder was…?“.

Am Samstag hieß es schließlich alles auf eine Karte zu setzen. „Crazy driving“ stand auf dem Programm…Jeweils drei selbst gebastelte bzw. modifizierte Fahrgeräte sollten an den Start, angetrieben durch Kohlenstoffdioxid aus Feuerlöschern. Etliche Dutzend spezialbefüllte Behälter standen als ausschließlich zugelassene Antriebsmittel zur Verfügung. In stundenlangen Vorbereitungen waren, teils in Nachtarbeit, recht eigenwillige Gefährte entwickelt worden, sicher reif für ein Kuriositätenmuseum. Eine Badewanne und ein Stuhl, jeweils lenkbar, in beliebiger Modifizierung waren Wettbewerbsvorgabe, ein weiteres Gefährt konnte nach eigenen Ideen eingesetzt werden….Viel Phantasie war bei den Eigenbauten erkennbar, nächtelang hatte man geschraubt und geschweißt, sich Gedanken gemacht, Verbesserungen durchgeführt, die Prototypen zu nachtschlafender Zeit intensiv getestet, „Erlkönigen“ gleich, „…hoffentlich waren keine Paparazzi unterwegs…?“. Bei aller angestrebten Funktionalität kam sogar das Design nicht zu kurz, so zierten gar Applikationen wie eine gelbe Quietsche-Ente ein Badewannenmobil.

Fast ganztägige Vollsperrung einer Teilstrecke der Ahrtalstraße in Antweiler am Samstag, hunderte Strohballen zur Streckensicherung, Großes kündigte sich offensichtlich und unvermeidbar an. Die Geduld der Zuschauer und Teilnehmer wurde erneut durch stundenlange Verzögerungen und moderierte Animation (über-?)strapaziert. Hunderte Zuschauer aus beiden Orten fieberten stundenlang dem Finale entgegen.

Dann ging es endlich los, verständliche Nervosität am Start, mit eindrucksvollem Zischen und Fauchen schossen die Gefährte nach dem Startschuß durch die Strohballengassen, Kondensspuren hinter sich lassend, fassungsloses Staunen und Begeisterung ob der erreichten Geschwindigkeiten, wacker versuchten die Fahrerinnen und Fahrer die Spur zu halten; leider gab es zwei Unfälle, die aber zum Glück recht glimpflich verliefen.

Nach spannenden Fahrten wurde dann das Gesamtergebnis verkündet. Obwohl Antweiler zwei Läufe gewonnen hatte, gaben die Veranstalter nach den Wettbewerbsregeln, die eben auch die Zeiterfassung mitberücksichtigte, den Gesamtsieg für Reifferscheid bekannt. Eines der Gefährte der Blauen soll mit über 70 km/h zum Ziel geschossen sein! Riesenjubel bei Reifferscheid, verständlicherweise betrübte Gesichter beim Antweiler Team. Aber nur einer kann eben gewinnen…Echter spontaner Jubel beim Reifferscheider Team und den Zuschauern aus Reifferscheid wollte gar nicht mehr aufhören, die ganze Anspannung der letzten Tage, der Erwartungsdruck entluden sich jetzt hier wie dort, auch das Aufnahmeteam atmete auf. Manche Teilnehmer hatten tagelang kaum ein Auge zubekommen, hörte man, vor lauter Aufregung…

Eine faire Geste der Reifferscheider, durch ihren Ortsbürgermeister Michael Henneberger auf dem Siegerpodest vertreten, bestand darin, die Siegprämie letztlich zu teilen, symbolisch halbierte er den Gewinnerscheck und übergab eine Hälfte seinem Amtskollegen Egon Honerbach, der herzlich dankte und den Siegern herzlich gratulierte. Gut so, denn alle hatten ja ihr Bestes gegeben. So fand der Wettbewerb einen in jedem Fall erfreulichen und guten Ausgang, er hat den Zusammenhalt innerhalb der Orte gestärkt, hat für Spannung und Spaß gesorgt, und mit dem fairen Übereinkommen bekundete man eine lobenswerte Solidarität zwischen den Gemeinden, die ja ansonsten gar nicht im Duell stehen. Der grell schweinchenrosa-farbige „Schandstein“ für die Verlierer, fast mannshoch, wurde noch am Abend auf dem Kirmesplatz an der Ahrbrücke in Antweiler aufgestellt.

Ein herzliches Dankeschön galt allen, die zum Gelingen des Events beigetragen haben, den Teilnehmern und Sponsoren, den geduldig ausharrenden Zuschauern, und natürlich dem Team von „Crazy Competition“ des Senders „Pro sieben - we love to entertain you“. Um die drei Dutzend Männer und Frauen hatten sich um den Ablauf des Events gekümmert, Kameraleute und Tontechniker, Assistenten und Sicherheitsdienste…Ein ganz herzlicher Dank der Teams ging an Johanna Klum und „Jumbo“ Schreiner, die ihre Sache als Moderatoren und Spielleiter sehr engagiert und durchaus mit Herzblut gemacht hatten.

Ein Gutes kann man dem Wettbewerb sicher noch zusätzlich abgewinnen: Er mag als Anregung dienen, die ein oder andere Kirmes oder Veranstaltung in der Region einmal durch ähnliche Wettbewerbe, bei selbstverständlich deutlich geringerem Aufwand, zu bereichern. Die Begeisterung für den Wettbewerb hat gezeigt, daß hier Potential vorhanden ist, Motivation geweckt werden kann, also, am Ball bleiben, da ist noch mehr drin…!

Text und Photos: Dreschers

Bildunterschriften:

Egon Honerbach, Antweiler, und Michael Henneberger, Reifferscheid, als Repräsentanten ihrer Ortsgemeinden

Moderator „Jumbo“ verteilt einen „Käsepunkt“

Der „Schandstein“ für die 2. Gewinner

Das Badewannenmobil aus der „Scuderia Reifferscheid“

Johanna Klum, Moderatorin und Patin für Antweiler

Willi Müller, Antweiler, gibt alles…

Michael Henneberger dankt seiner Mannschaft und den Wettbewerbern

Eine faire Geste: Der Preis wird geteilt!

Riesenjubel bei den Reifferscheidern

(23.8.09)

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