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Fronleichnam
DR. Wie in jedem Jahr begingen die katholischen Christen das Fest Fronleichnam („vron lichnam“ bedeutet Leib des Herrn) mit Prozessionen, waren die Straßen und Plätze mit Blumenschmuck aufwändig
dekoriert. Das „Hochfest des Blutes und Leibes Christi“ (festum corporis Christi) findet regelmäßig am 2. Donnerstag nach Pfingsten statt. In den heiligen Messen wurde an das Geheimnis der
Eucharistie erinnert, in der anschließenden Prozession trugen die Priester die Monstranz mit dem Allerheiligsten, der Baldachin als Herrschaftszeichen deutet darauf hin, daß Christus selbst in der
Gestalt der Hostie (Realpräsenz Christi im Tabernakel)) durch die Straßen getragen wird. Der Priester hält beim eucharistischen Segen die Monstranz mit verhüllten Händen, als Zeichen der Ehrfurcht.
Musikgruppen begleiten die betenden Gläubigen auf dem Weg. Die Straßen sind mit Blumenschmuck und Fahnen ausgestattet. Die Kommunionkinder trugen nochmals ihre Festkleidung. An den geschmückten
Altären, meist vier, die häufig mit Blumenteppichen und -ornamenten ausgelegt sind, werden Fürbitten gehalten, in den Pfarrkirchen wird abschließend ein eucharistischer Segen erteilt. Das Pflücken
der Blüten zum Gestalten der Blumenmotive wird landläufig als „Stroppen“ bezeichnet.
Man geht davon aus, daß bereits 1246 im Bistum Lüttich erstmals eine Fronleichnamsfeier stattgefunden hat, die Augustinernonne Juliana von Lüttich soll eine hierfür begründende Vision gehabt haben,
in Deutschland wird eine erste Feier aus dem Jahre 1279 aus Köln berichtet; Papst Urban IV. hat das Fest später mit der Enzyklika „Transiturus de hoc mundo“ für die Gesamtkirche als verbindlich
erklärt, der heilige Thomas von Aquin war an dieser Enzyklika maßgeblich beteiligt. Außer in Fußprozessionen finden beispielsweise auch Schiffsprozessionen statt, so die bekannte „Mülheimer
Gottestracht“ in Köln. Die nicht katholischen Christen feiern das Fest nicht, auch wird das Fest in einigen Bundesländern nicht als Feiertag begangen.
Text und Photo: Dreschers
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