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Kammerkonzert 2009

Zwischen den Jahren – Kammerkonzerte seit fünf Jahren ein Erfolg!

DR. Alle Jahre wieder begeistert die Kammerkonzertreihe „Zwischen den Jahren“ in Antweiler, von Ekkehard Welkens, Künstler aus Aremberg, seinerzeit ins Leben gerufen. Mit berechtigtem Stolz wies er diesmal auf ein kleines Jubiläum hin, zum fünften Mal in Folge trafen sich international bekannte Größen der klassischen Musikszene in der „Alten Mühle“ des Müllermeisters Ewald Gillig in Antweiler. Längst ist der Austragungsort ein Geheimtipp für viele Veranstaltungen geworden, für Ausstellungen aller Art, zum Begriff ist er indes durch die Aufführung der anspruchsvollen Kammerkonzerte geworden. Die Veranstaltungen waren jeweils ausverkauft, Besucher aus der Region wie aus einem weiten Einzugsgebiet hatten weitgehend bereits im Vorverkauf Karten erstanden. Die Kammerkonzertreihe setzt seit Anbeginn Akzente im Kulturgeschehen des ländlichen Raumes.

Ganz im Zeichen eines der größten Komponisten der Weltgeschichte, nämlich Ludwig van Beethoven (1770– 1827), stand der diesjährige Event. Beethoven erfreue sich derzeit möglicherweise in den großen Sälen nicht ganz der Resonanz, die er verdient hat, so Ekkehard Welkens zur Erklärung, weshalb man diesmal ausschließlich die Werke eines Komponisten zum Thema der Konzertreihe gemacht habe…

Georgi Cherkin, gebürtiger Bulgare, eröffnete die Konzertreihe mit einem Abend für Klavier solo. Vielleicht war das kleine Jubiläum der Anlaß, man gönnte sich diesmal einen Steinway-Flügel statt wie in den Vorjahren einen Yamaha, die Klangästheten und Freunde der typischen Steinway-Brillanz wird es gefreut haben. Am ersten Konzerttag wurde der Anfang der zweigeteilten Klaviersonatenabende gegeben, mit den Sonaten in cis-moll op. 27, 2 („Mondschein“), der Sonate in D-Dur op. 28 („Pastorale“), der Sonate G-Dur op. 31,2 („Der Sturm“) und der Es-Dur-Sonate op. 81a („Les Adieux“). Georgi Cherkin gehörte zu den Musikern, die sich bereits im Vorjahr in Antweiler bestens in Erinnerung gehalten haben.

Die Klavierwerke waren ein Mittelpunkt des Schaffens des großen Meisters Beethoven, allein 32 Sonaten werden auf ihn zurückgeführt. Er gilt als derjenige, der die Wiener Klassik vollendet hat und als Wegbereiter der Romantik; sein musikgeschichtlicher Einfluß ist herausragend.

Katja Lämmermann Violine, und Freddy Kempf, Klavier, oblag die Aufführung am zweiten Abend. Katja Lämmermann, ARD-Preisträgerin und Stellvertretende Konzertmeisterin beim Deutschen Symphonieorchester Berlin, bildete mit Freddy Kempf, Preisträger des Tschaikowsky-Wettbewerbes 1998 in Moskau, eine ausgesprochen harmonische Einheit, die beiden verbindet eine langjährige Zusammenarbeit. Die Sonaten in a-moll op. 23, in G-Dur op. 96 und die „Kreutzersonate“ A-Dur op. 47 standen auf dem Programm, letztere hat ihren Namen von der Widmung an den Violinisten Rodolphe Kreutzer.

Den dritten Abend gestaltete das „Faust Quartett“, es besteht aus Wojciech Garbowski, Violine, Cordula Frick, Violine, Ada Meinich, Viola und Birgit Böhme, Cello. Die Vier zählen zu den herausragenden Entdeckungen der Quartettszene. Konsequente Analytik verbunden mit dem Mut zu ungebremster Spielfreude versprach die Ankündigung, und das war nicht zuviel versprochen. Auf dem Programm standen das Streichquartett in B-Dur op. 18,6, das Streichquartett in a-moll op. 132 und ausnahmsweise nicht Beethoven, sondern Franz Schubert war mit dem Streichquartett in c-moll D 703 („Quartettsatz“) vertreten. Das „Faust Quartett“ hat sich nach dem Gründungsort Weimar benannt, nimmt Bezug auf den „ Faust“ von Johann Wolfgang von Goethes, der im Streichquartett „vier vernünftige Leute sich miteinander unterhalten hörte“.

Den zweiten Teil der Klaviersonatenklassiker führte Freddy Kempf am Mittwoch auf, mit der Sonate in c-moll op. 13 („Pathétique“), der Sonate in C-Dur op. 53 („Waldstein“) und der Sonate in f-moll op. 57 („Appassionata“) wusste er das geneigte Auditorium zu begeistern.

Chie Peters, Violine, Ehrengard von Gemmingen, Cello, und Tahmina Feinstein, Klavier, gestalteten den Sylvesterabend und damit den Schluß der Kammerkonzertreihe in Antweiler. Tahmina Feinstein und Ehrengard von Gemmingen gehörten bereits beim letzten Mal zu den Künstlern, sie sind als Klaviertrio mit Chie Peters vom Deutschen Kammerorchester Berlin verbunden. Aus der Klaviertrioliteratur von Beethoven führten sie das Klaviertrio in D-Dur, op. 70, 1 („Geistertrio“) und das Klaviertrio in Es-Dur op. 70,2 auf. Mit dem „Erzherzogtrio“, Klaviertrio in B-Dur op. 97 klang „Zwischen den Jahren 2009“ aus.

Meisterliche Darbietungen, ein jedenfalls hoch interessiertes wie teils fachkundiges Auditorium, das lebhaften und wohlverdienten Beifall spendete, ein zufriedener Veranstalter Ekkehard Welkens, der sich herzlich bei Ewald Gillig für die Überlassung der „Alten Mühle“ bedankte, das ist das Ergebnis der Konzertreihe, die auch für das kommenden Jahr wieder an den Tagen nach Weihnachten bis zum Sylvestertag musikalischen Hochgenuß verspricht. „Zwischen den Jahren“ hat sich bestens etabliert, dank einer anspruchsvollen Programmauswahl mit exzellenten Musikern, dank finanzieller Hilfe einiger Sponsoren, dank eingespielter Organisation hat sich ein Musikevent der Extraklasse entwickelt, der in der Eifelregion einen einmaligen und ausgezeichneten Ruf begründet hat, allemal ein Grund zum Weitermachen! Nicht zuletzt den Musikbegeisterten wird es freuen!

Text und Photos: Dreschers

(9.1.10)

Bildunterschriften:

Freddy Kempf, Klavier, und Katja Lämmermann, Violine

Georgi Cherkin begeisterte mit den Klaviersonaten

Das Mühlrad an der „Alten Mühle“, dem Austragungsort von „Zwischen den Jahren“

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