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Zimbaly-Konzert von Tatjana Berke in der Alten Mühle Antweiler
DR. Ein außergewöhnliches Konzert gab es am 19. September in der Alten Mühle in Antweiler. Tatjana Berke aus Weibern führte auf einem Zimbaly „Musikalische Impressionen“ auf. Tatjana Berke ist
gebürtig aus Weißrußland, sie begann bereits als Kind das Volksinstrument Zimbaly zu spielen. Die Musikerin hat einen Diplomabschluß am weißrussischen Lunatscharsky-Konservatorium als
Musikpädagogin erworben, ist als Dirigentin tätig. Sie ist Musikerin im staatlichen akademischen Jinowitsch-Volksorchester in Minsk, dem einzigen Zimbaly-Orchester weltweit. Seit 1996 wohnt sie in
Deutschland und tritt solistisch bei kulturellen Veranstaltungen auf.
Die Geschichte des Instruments Zimbaly begann im islamischen Kulturraum, es war dort als „Santur“ bekannt, breitete sich im südosteuropäischen Raum aus, wo es als „Psalterium“ bezeichnet wurde.
Hohe Popularität erhielt das Instrument im 14. Jahrhundert, in einer zweiten Blütezeit im 18. Jahrhundert war es in ganz Europa verbreitet, als „Salterio tedesco“ in Italien, als „Tympanon“ in
Frankreich, als „Dulcimer“ im englischen Sprachraum bekannt. In Deutschland hieß es schlicht „Hackbrett“. Ursprünglich ein reines Zupfinstrument, so verwandelte sich die Spielart jetzt in
Anschläge mit Holzklöppeln, die mit Filz bezogen waren.
Erst im 17. Jahrhundert kam das Instrument in die Heimat der Künstlerin, nach Weißrußland. Es war diatonisch gestimmt, mit Darmsaiten ausgestattet, verfügte zunächst über einen kleineren Tonumfang
als heute üblich. Meist wurde das Volksinstrument in kleinen Ensembles mit Begleitung durch andere Instrumente gespielt. Eine Modernisierung erfuhr das Instrument in der Mitte des 20. Jahrhunderts, der
Tonumfang vergrößerte sich, die Abstimmung erfolgte nunmehr chromatisch, die Klöppel wurden mit Leder statt Filz bezogen, zur Erzielung eines brillanteren Klangs. Es wird neben volksmusikalischen
Werken auch für Klassik eingesetzt. Das Studium des Zimbaly ist an der Musikhochschule in Minsk möglich.
Im ersten Teil ihres gut besuchten Konzertes widmete sich die Künstlerin klassischen Werken, etwa der Sarabande aus der Cellosuite BWV 1007 von Johann Sebastian Bach. Desselben Meisters Menuett und
Badinerie aus der Suite BWV 1967 erklang, ebenso aus der Partita für Geige solo, BWV 1006, eine Transkription der Sätze Preludio, Gavotte en rondeau, Bourreé und Gigue. Zu Beginn hatte Tatjana Berke
ihr Auditorium mit einer Polonaise des Kurfürsten M. Radivil eingestimmt, der Musik liebende Regent hatte das Werk für sein eigenes Streichorchester komponiert. „Greensleeves“, ein Traditional aus
dem 16. Jahrhundert wird möglicherweise dem Herrscher Heinrich VIII. selbst zugeschrieben. Ein fröhliches Werk war der „Kuckuck“, komponiert von L.K. Daquin.
Volksweisen und russische Volkslieder machten den zweiten Teil des Musikabends aus. Die Künstlerin entwickelte hierbei besondere Spielfreude, der Rhythmus und die Melodien des weißrussischen und
russischen Kulturgebietes liegen ihr wohl im Blut. Tatjana Berke moderierte dankenswerterweise das Konzert in Form eines Gesprächskonzerts, so daß viele Einzelheiten zu den Werken, zu den Komponisten,
zum Instrument dem Publikum zugänglich wurden. Insgesamt überzeugte der Facettenreichtum des Instruments, ein Ohrenschmaus für viele, die den besonderen Klang des Instruments zu schätzen wissen. Mit
einem Zigeunerlied, bei dem Tatjana Berke den Zuhörern das Mitsingen freistellte, klang der interessante Abend aus, ein besonderes Erlebnis, so übereinstimmend das Publikum! Lang anhaltender Applaus
und Zugabewünsche waren selbstverständlich. Dietlind Greifenhagen , 1. Vorsitzende des Kunstfördervereins EifelArt, der das Konzert im Rahmen der Ausstellung zum 100. Geburtstag des Malers, Zeichners
und Illustrators Werner Labbé initiiert hatte, dankte der Künstlerin herzlich mit einem Blumenstrauß. Die Künstlerin dankte ihrerseits für das große Interesse an dem eher selten zu hörenden
Instrument und freute sich über den großen Zuspruch.
Text und Photos: Dreschers
(1.10.09)
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