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Was die Anderen Glauben

Was die Anderen Glauben

Ein Gang durch die Weltreligionen in Antweiler

Obwohl uns die Begegnung mit fremden Kulturen heute im Zuge der Globalisierung selbstverständlich geworden ist, fällt es uns noch schwer, fremde Kulturen mit ihren religiösen Traditionen, die sich über Jahrtausende hinweg ausgebildet und die Menschen geprägt haben, wirklich zu verstehen.

Warum sind uns Hindus, Buddhisten, Juden, Christen und Muslime noch weitestgehend fremd geblieben? Könnte nicht ein Blick über unseren eigenen Glaubenshorizont hinaus mehr Verständnis für den Glauben der Anderen ermöglichen? Oder könnten wir gar Gemeinsamkeiten, die diese großen Weltreligionen verbinden, entdecken?

Mit diesen Fragen setzte sich Dr. Norbert Nicolaus, Autor des Buches „Gebete der Weltreligionen“ und Kenner der Religionen vor allem des indischen Subkontinents, am 30. Mai 2010 im Gemeindehaus in Antweiler auseinander und präsentierte einer kleinen interessierten Besucherschar Lichtbilder, Texte und Musik aus den religiösen Traditionen der Welt.

Dr. Nicolaus eröffnete ein Panorama vielfältiger Bilder und Texte, die zum Nachdenken anregen: Sakralbauten, Gläubige, Rituale und Kunstwerke aus allen Kulturen zeugen von großer Inbrunst und hoher Spiritualität. Besonderer Stellenwert kommt hierbei den Mystikern aller Religionen zu. Ihre Erkenntnisse – so Dr. Nicolaus – sind nicht das Ergebnis intellektueller Reflexionen oder philosophischer Gedankengebäude, sondern Ergebnisse direkter Gottes-Erfahrung. Und diese ist trotz unterschiedlicher religiöser Hintergründe im Wesentlichen dieselbe – in allen Kulturen und zu allen Zeiten.

Die eingestreuten Texte aus den heiligen Schriften der Weltreligionen belegten nicht nur die vielen Gemeinsamkeiten in ihren religiösen Grundannahmen, sondern eröffneten dadurch auch ein besseres Verständnis für den Glauben der Anderen. Der Referent machte deutlich, dass die äußere Globalisierung, wie sie auf politischer Ebene allerorts propagiert wird, von einer inneren Globalisierung unterstützt werden müsse: Wenn die Menschheit nicht durch vermehrtes Verständnis füreinander und Toleranz gegenüber anderen Kulturen innerlich zusammenwächst, also innerlich global denkt, bleibt die äußere Globalisierung allein nicht tragfähig. Die dargebotene Mischung aus Musik, Texten und Bildern vermittelte den Zuhörern somit ein vertieftes Verständnis für die religiöse Vielfalt auch in unserer Gesellschaft.

Text: Norbert Nicolaus

Photo: Werner Dreschers

(16.6.2010)

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