|
Baumschnittkurs in Antweiler
An einem teils sonnigen, dennoch nicht ganz warmen Samstagmorgen konnte der neue Streuobstwiesenverein „Ahr/Eifel“ etwa 20 interessierte
Frauen und Männer begrüßen, die alle nur eines wollten: Wie kann ich meinem Baum Gutes tun? Wie schneiden oder doch nicht schneiden?
Beredte Antworten theoretischer und praktischer Art gab Hilla Frings, Agraringenieurin und Gärtnerin aus Nettersheim. Seine Wiese mit alten und
relativ neuen Obstbäumen hatte Ewald Gillig, Besitzer der Mühle in Antweiler, dankenswerterweise zur Bearbeitung zur Verfügung gestellt.
Vor der aktiven Arbeit standen einige theoretische Überlegungen zur Diskussion: Warum überhaupt schneiden, geht es nicht ohne? Klare Antwort von
Hilla Frings: „Die Natur ist nicht darauf angelegt, dem Menschen möglichst viel schönes und großes Obst zu bescheren, sondern allein auf Fortpflanzung auf Vermehrung – auch und gerade über kleine
Früchte in großen Mengen, für den Menschen wirtschaftlich wenig interessant.“
Also macht sich der Mensch daran, die Menge über den Baumschnitt zu begrenzen, die Früchte somit zu vergrößern, sie für den Menschen
nutzfähig zu machen.
Eindeutiger Schluss: Wer das nicht will, der kann für die Natur, für die Vögel, für die Vermehrung viele Früchte am Baum zulassen, der
braucht keinen Baumschnitt!
Hinweise auf notwendige und gute Werkzeuge, auch einige „Trockenübungen“ an Ästen sowie Anmerkungen zur Sicherheit beim Baumschneiden
rundeten die Theorie ab … alle waren gespannt auf den praktischen Teil.
Ganz alte Bäume und etwa 3 bis 10-jährige Bäume standen zum Schnitt zur Verfügung. Ganz wichtig für alle: Betrachten des Baumes von allen
Seiten, Überlegungen anstellen, wie soll der Baum in 5 Jahren, 10 Jahren oder noch weiter hinaus aussehen? Schneiden heißt: Ich zwinge dem Baum ein Gesicht auf! Die Auffassung „besser falsch
schneiden als gar nicht“, lässt bei manchem Teilnehmer den Mut beim und zum Schnitt aufkommen!
Auch wenn nicht alle mit dem „gemeinsamen“ Ergebnis am 10-jährigen Baum aus ästhetischen Gründen zufrieden waren, die Notwendigkeit zum
Schnitt wurde eingesehen.
Am Nachmittag sahen zwei alte, ein 10-jähriger und ein 3-jähriger Baum recht verändert aus, die Zustimmung zu dem Kurs war bei allen hoch und
Vorsitzender Peter Richrath konnte neue Mitglieder für den Verein gewinnen.
Pressemitteilung 15. März 2011 Streuobstwiesenverein „Ahr/Eifel“
|